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newsropa.de - Das Presseportal im Osten : Getrennt von Haus und Hof - Zunehmend angespannte Lage im russisch-georgischen Grenzgebiet
17.06.2013 - 07:05 Uhr |

REGJO Magazin Verlag Mitteldeutschland GmbH

Getrennt von Haus und Hof - Zunehmend angespannte Lage im russisch-georgischen Grenzgebiet

06. Juni 2013 (Siegfrid Ludwig)

Willkürliche Grenzziehung mit Stacheldraht - Lokale Bevölkerung wird wegen „illegaler Grenzverstöße“ belangt - Nato-Anwärterschaft Georgiens als Ursache russischer Machtdemonstration vermutet

Leipzig, 17.06.2013 (newsropa.de) - Zwischen Russland und Georgien scheint die Lage zunehmend angespannt. Nachdem russische Truppen im Kaukasuskrieg von 2008 auf georgisches Gebiet vorgedrungen waren und seither die Regionen Südossetien und Abchasien militärisch kontrollieren, schlägt die georgische Seite nun erneut Alarm. Der Vorwurf lautet, dass Russland georgisches Staatsgebiet schleichend annektiert und damit gegen vertragliche Vereinbarungen mit Georgien verstößt. Dies mit Folgen für die Zivilbevölkerung.

Seit 2011 seien von russischer Seite 25 Kilometer Stacheldrahtzaun auf dem Gebiet von Südossetien installiert worden, wobei die Bauaktivitäten seit Februar 2013 intensiviert worden seien. Am 27. Mai, so berichtet der als Korrespondent in der Region tätige freie Journalist Siegfrid Ludwig, hätten russische Soldaten die vorläufige Grenze in den Konfliktzonendörfern Dizi und Dwani um 200 bis 300 Meter verschoben. Bereits bei anderen Gelegenheiten hätten russische Truppen die okkupierte Fläche willkürlich erweitert und seien in das von Georgien beanspruchte Territorium vorgedrungen.

Dabei würde zunehmend die Bewegungsfreiheit der lokalen Bevölkerung eingeschränkt. Für vermeintliche illegale Grenzverstöße seien allein im Jahr 2013 bis einschließlich dem Monat Mai, 86 georgische Bürger von russischen Soldaten inhaftiert worden. Neben Haft- würden zudem vielfach Geldstrafen verhängt. Unter den Belangten seien auch Bauern, deren Höfe und Felder durch die neue Grenzziehung willkürlich getrennt würden. Menschen, die ihr Haus verließen und sich auf dem eigenem Grundstück bewegten, würden plötzlich dem Vorwurf des illegalen Grenzverstoßes ausgesetzt. Eingeschränkt oder verboten sei zudem häufig der Zugang zu Viehweiden, Gärten, Friedhöfen, Trinkwasser und Bewässerungsanlagen und damit zu lebenswichtigen Ressourcen. Die Menschen, die in diesem Gebiet leben, stünden unter enormem psychischen Druck.

Russland erklärt seine Aktivitäten auf dem Territorium Südossetiens mit bilateralen Vereinbarungen mit der abtrünnigen Provinz, die von der Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft als Teil Georgiens betrachtet wird. Hingegen erachtet Siegfrid Ludwig die zunehmenden Aktivitäten auf dem Gebiet Südossetiens als Machtdemonstration Russlands und als Protest gegen die pro-westliche Orientierung und den angestrebten NATO-Beitritt Georgiens, dem der ungelöste Grenzkonflikt im Wege stehen könnte. Damit demonstriere der Kreml, dass er sowohl zwischenstaatliche Vereinbarungen als auch Abmachungen mit internationalen Organisationen ignorieren und den Nachbarländern die Grenzen vorschreiben könne.

Der weitere Verlauf des Geschehens, so Siegfrid Ludwig, hänge davon ab, wie sich Europa und die USA in dem Konflikt positionieren. Georgien habe kein Interesse daran, mit militärischen Mitteln auf die russischen Aktionen zu reagieren. Noch zu deutlich stünden den Georgiern die Folgen des zurückliegenden bewaffneten Konflikts mit Russland vor Augen.

Kontakt für Rückfragen: siegfridludwig@gmail.com